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HU vorbereiten: Die 10-Punkte-Checkliste, bevor es zum TÜV geht

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Lesedauer: 5 Minuten
© Photo_Concepts / istockphoto.com

21,5 Prozent aller Fahrzeuge, die zwischen Juli 2024 und Juni 2025 einen HU-Termin hatten, wiesen erhebliche oder sogar gefährliche Mängel auf. Sprich: Jedes fünfte Auto fiel im Rahmen der Hauptuntersuchung durch. 

Für die Fahrzeughalter ist das nicht nur ärgerlich. Eine nicht bestandene HU zieht auch zusätzliche Kosten nach sich. Wer diese vermeiden möchte, sollte sich und vor allem seinen Wagen gut auf die nächste Hauptuntersuchung vorbereiten. Dabei kann die folgende 10-Punkte-Checkliste helfen.

1. Papiere

Bevor sie zur Hauptuntersuchung beim TÜV SÜD oder einer anderen Anlaufstelle fahren, sollten die Fahrzeughalter unbedingt abklären, ob:

  • sie ihren Fahrzeugschein griffbereit haben
  • die Fahrzeug-Identifizierungsnummer am Auto mit der in den Fahrzeugpapieren übereinstimmt
  • das Typschild des Wagens vorhanden und gut lesbar ist

Weist das Auto bauliche oder technische Veränderungen auf, ist zudem der Nachweis der Änderungsabnahme wichtig.

2. Kennzeichen

Um die HU klaglos zu bestehen, sollten die Fahrzeugkennzeichen nicht nur sicher befestigt sein. Sie müssen zudem einwandfrei lesbar sein und dürfen keine Beschädigungen aufweisen.


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3. Grundlegendes

Vor der HU ist zu prüfen, ob Lenkradschloss und Tachometer des Wagens funktionieren. Zudem darf auch das vorgeschriebene Zubehör nicht fehlen, also Verbandskasten und Warndreieck.

4. Scheiben und Spiegel

Ein wichtiger Blick vor der HU gilt der Frontscheibe. Ist sie unbeschädigt? Auch Waschanlage, Scheibenwischer und Rückspiegel sollten intakt sein.

5. Elektrische Ausrüstung und Beleuchtung

Ebenso sollte vor der Hauptuntersuchung geprüft werden, ob:

  • Gehäuse aller Fahrzeugleuchten sowie Rückstrahler unbeschädigt sind
  • sämtliche Leuchten und Kontrollleuchten funktionieren, also hell und gleichmäßig stark leuchten
  • Reflektoren der Scheinwerfer in Ordnung sind
  • die Leuchtweitenregulierung funktioniert

Auch die Batterie, die Hupe, das Heizungsgebläse und natürliche alle elektrischen Anschlüsse müssen sicher und funktionstüchtig sein.

6. Lenkung

Damit es bei der HU keine Beanstandungen gibt, muss das Lenkrad während der Fahrt leichtgängig und zielgenau sein. Es darf weder Vibrationen noch ein merkliches Lenkspiel geben.

7. Bremsen

Besonderes Augenmerk in der Hauptuntersuchung gilt auch den Bremsen. Daher muss sichergestellt werden, dass:

  • alle Bauteile der Bremsanlage reibungslos funktionieren
  • genug Bremsflüssigkeit vorhanden ist und der Bremsflüssigkeitsstand stimmt
  • die Bremsen freigängig sind und die Bremsanlage dicht ist
  • die Gummiauflage am Bremspedal vorhanden ist

Die Handbremse des Fahrzeugs muss zudem sicher einrasten und leicht wieder zu lösen sein.

8. Räder und Reifen

Bei der Bereifung ihres Fahrzeugs sollten die Halter prüfen, ob folgende Dinge stimmen:

  • Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern bei allen Reifen
  • Angaben zur Reifenbezeichnung und Reifengröße in den Fahrzeugpapieren
  • Laufrichtung der Reifen

Wichtig ist außerdem, dass die Felgen sicher befestigt und unbeschädigt sind.

9. Fahrgestell und Antrieb

Bei der HU wird natürlich darauf geachtet, ob Motor und Getriebe, Stoßdämpfer sowie Kraftstoffleitungen und -schläuche dicht sind. Auch der Fahrzeugrahmen wird kontrolliert. Tragende Teile des Wagens dürfen weder stark angerostet noch durchgerostet sein.

10. Abgas- und Geräuschverhalten

Ein Blick sollte auf jeden Fall den Warn- und Kontrollleuchten gelten. Zeigen sie einen Fehler an? 

Bei Verbrennern ist zu prüfen, ob der Auspuff dicht und sicher befestigt ist. Sofern der Wagen stark rußt oder gar blauen Rauch ausstößt, droht er durch die Hauptuntersuchung zu fallen. Solche Mängel sollten daher bereits vor dem HU-Termin behoben werden.

Fazit

Wer sich nicht vorbereitet und ein mit Schwachstellen behaftetes Auto bei der Hauptuntersuchung vorstellt, wird sich schnell ärgern. Werden nämlich erhebliche Mängel festgestellt, müssen diese nicht nur innerhalb von vier Wochen beseitigt werden. Es kommt auch zu einem kostenpflichtigen Nachfolgetermin. Werden die Mängel gar als gefährlich eingestuft, ist nur noch die Fahrt zur nächsten Werkstatt erlaubt.

Um beim HU-Termin nicht ins Schwitzen zu geraten, kann es daher sinnvoll sein, den eigenen Wagen zuvor durchchecken zu lassen. Dadurch lassen sich mögliche Mängel und Macken nicht nur aufdecken, sondern auch rechtzeitig beseitigen.

FAQ zum Thema Hauptuntersuchung

Wann muss ein Auto erstmals zur Hauptuntersuchung?

Drei Jahre nach der Erstzulassung steht für ein Fahrzeug der erste HU-Termin an. Wann genau das der Fall ist, verrät die HU-Plakette auf dem hinteren Nummernschild.

Benötigt man einen Termin für die Hauptuntersuchung?

Grundsätzlich ist kein Termin für die Hauptuntersuchung notwendig. Jedoch kann er dabei helfen, längere Wartezeiten zu umgehen.

Müssen die Fahrzeughalter persönlich zur HU erscheinen?

Die Hauptuntersuchung kann auch eine andere Person als der eigentliche Fahrzeughalter durchführen lassen. Allerdings benötigt diese sowohl die Zulassungsbescheinigung als auch mögliche Allgemeine Betriebserlaubnisse oder Anbaubestätigungen.

Was passiert bei einem überzogenen HU-Termin?

Ist der HU-Termin seit mehr als zwei Monaten überfällig, verlangt der Gesetzgeber nicht nur eine vertiefte Prüfung. Wer mit abgelaufener HU-Plakette in eine Verkehrskontrolle gerät, riskiert auch ein Verwarnungsgeld. In drastischen Fällen können auch Bußgelder sowie Punkte in Flensburg drohen.

Was passiert, wenn ein Auto die Hauptuntersuchung nicht besteht?

Werden bei der HU Mängel festgestellt, sind diese innerhalb eines Monats vollständig zu beheben. Dafür wird eine Nachprüfungsgebühr fällig. Wird dieser Zeitraum überschritten – wenn auch nur um einen Tag – ist ein erneuter HU-Termin mit den damit verbundenen Kosten notwendig. 

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.